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Presse zur U16-Kommunalwahl 2020

Hier könnt Ihr zuerst unsere Pressemitteilung zur U16-Wahl nachlesen. Am Ende der Seite haben wir noch ein paar Pressereaktionen für Euch gesammelt.

Bündnis90/Die Grünen gewinnen haushoch bei jungen Menschen in Dortmund

Allen Widrigkeiten zu Trotz fanden auch zu den Kommunalwahlen wieder U16-Wahlen statt, die den politischen Willen junger Menschen ohne aktives Wahlrecht zum Ausdruck bringen. Über 2.500 junge Dortmunderinnen und Dortmunder haben insgesamt an diesem Demokratieprojekt teilgenommen.

U16-Wahl

Bei der U16-Wahl können Kinder und Jugendliche bis zu neun Tage vor der eigentlichen Wahl ihre Stimme abgeben. Stimmberechtigt waren alle Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren – unabhängig von der Staatsangehörigkeit. Ziel ist es, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für Politik und demokratische Prozesse zu wecken. Die U16-Wahl will Politikerinnen und Politiker auf die Interessen von Kindern und Jugendlichen aufmerksam machen und deren Bereitschaft wecken, sich für die Interessen junger Menschen einzusetzen. Auf der anderen Seite soll deren erfolgreiche Durchführung der langjährigen Forderung der Jugendverbände nach einer Senkung des Wahlalters Nachdruck verleihen. Die Themen und Interessen junger Menschen sind in der parlamentarischen Demokratie weiterhin unterrepräsentiert.

Themen und Ergebnisse

1.707 Kinder und Jugendliche haben bis zum 04. September abgestimmt. Das sind Ihre Ergebnisse.

Natürlich unterscheiden sich die Wahlergebnisse einer U16-Wahl immer vom Wahlergebnis ihrer Eltern- und Großeltern-Generation. Kinder und Jugendliche wählen anders und setzen bei ihrer Stimmabgabe andere Prioritäten, bringen ihre Vorstellungen, Erwartungen und auch konkreten Wünsche mit. Sie schauen sich ganz genau an, mit welcher Partei sich diese am ehesten realisieren lassen und mit welchen Parteien nicht. Die nach wie vor verbreitete Vorstellung, junge Menschen würden eine solche Wahlentscheidung nicht ernstnehmen und aus Spaß irgendwo ihr Kreuz setzen, ist mit dieser Wahl erneut widerlegt. Kleinstparteien steigen nur dann in der Gunst, wenn sie sich für bestimmte Kinder- und Jugendthemen, wie etwa den Tierschutz, einsetzen.

Weitere entscheidende Themen wie zentral der Umweltschutz, aber auch Themen wie Mobilität, Bildung, Freizeit, Jugendarmut und -arbeitslosigkeit und Mitspracherechte treiben Kinder und Jugendliche in Dortmund um und fließen in ihre Wahlentscheidungen mit ein.

Schon zur U18-Europawahl im vergangenen Jahr ließen sich für Dortmund hohe Zustimmungswerte für Bündnis90/die Grünen feststellen. Bei der diesjährigen U16-Kommunalwahl verfestigt sich dieses Bild. Die Schere zwischen kommunalen Vorwahlumfragen zwischen der (erwachsenen) wahlberechtigten Bevölkerung und dem, wie Kinder und Jugendliche abstimmen würden, wird zunehmend größer. (Zum Vergleich: Im von Infratest dimap erhobenen und vom WDR vor kurzem veröffentlichten Städtetrend legen die Dortmunder Grünen auch deutlich auf 26% zu, liegen aber immer noch hinter der SPD mit 32%).

Beachtenswert sind auch die Zustimmungswerte für Parteien rechts der CDU und Spartenparteien. Besonders bei der AfD zeigen sich (NRW-weit) deutlich niedrigere Stimmanteile bei jungen Menschen als bei der älteren Generation. Insgesamt zeigen sich stabile Muster in den Wahlentscheidungen junger Menschen, die damit entgegen aller Unkenrufe sehr verantwortlich und wohlüberlegt an eine solche Wahl herangehen.

Am 10. und 11. September wählten noch einmal 856 Schüler*innen der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Ihr Ergebnis bestätigt im Großen und Ganzen das stadtweite Ergebnis.

Die Wahllokale

Wahllokale konnten überall dort eingerichtet werden, wo sich junge Menschen aufhalten. Wichtige Partnerinnen und Partner des Projektes sind daher zuvorderst Jugendfreizeiteinrichtungen und Schulen. In der derzeitigen Lage war es für viele langjährige Kooperationspartner*innen schlicht nicht möglich im vorgegebenen Zeitraum ein Wahllokal zu betreiben. Dank des großen Engagements der Menschen vor Ort haben an sieben Standorten in ganz Dortmund junge Menschen gewählt und an noch mehr Orten haben sich Kinder und Jugendliche mit der Wahl, den Parteien und den Inhalten auseinandergesetzt. Gewählt wurde im Jugend- und Freizeitzentrum Aplerbeck, dem Jugendfreizeitzentrum Smile in Nette, der Jugendfreizeitstätte Rahm, im Treffpunkt Stollenpark, bei der DIDF-Jugend, im Käthe-Kollwitz-Gymnasium und im Max-Planck-Gymnasium und nachträglich noch bei den Falken und in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Weitere Wahllokale waren beim CVJM in Dorstfeld und der KJT in Kirchlinde.

In der Jugendfreizeitstätte Rahm haben die Besucher*innen eine eigene Wahlurne entworfen, um die Wahl ganz zu ihrer Wahl zu machen (Foto: JFS Rahm)

Die Ergebnisse haben es sogar in die Anmoderation eines interessanten Beitrages im ARD-Mittagsmagazin am 11.09.2020 geschafft (ab 14:28):


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